Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Holz-Hochhaus Hafencity

"Wildspitze" in der Hafencity geplant

Deutschlands höchstes Holz-Hochhaus

Facebook & Co.
Deutschlands höchstes Holz-Hochhaus

In der Hafencity soll am Baakenhafen ein 64 Meter hohes Hochhaus aus massivem Holz entstehen. Die "Wildpsitze".

Holz-Hochhaus Hafencity

Eine Illustration des Holz-Hochhauses in der Hafencity.

Hamburg plant ein 64 Meter hohes Hochhaus aus massivem Holz in der Hafencity und will damit zu internationalen Metropolen wie Wien, Amsterdam und Vancouver aufschließen. Während die dortigen Bauten schon im Bau oder fertig sind, läuft in der Hansestadt die Planung des rund 100 Millionen Euro teuren Objekts mit 190 Wohnungen und einem Ausstellungsbereich der Deutschen Wildtier Stiftung.

Das Gebäude sei genehmigungsfähig, berichtete der Chef der Hafencity, Jürgen Bruns-Berentelg, am Mittwoch. Das Hochhaus soll in der östlichen Hafencity am Baakenhafen errichtet werden. Der Bauantrag soll Mitte 2019 erfolgen, die Fertigstellung 2021. Für die Bewohner wird es Car-Sharing und Elektro-Ladestationen geben.

Der 18-geschossige Turm wird an allen Seiten mit einer Glasfassade ummantelt, die als Lärm-, Witterungs- und Brandüberschlagsschutz dient. In den Loggias der Wohnungen können die Glasscheiben geöffnet werden. Beim Planungs- und Bauprozess wollen der Bauherr Garbe Immobilien-Projekt und die Architekten von Störmer Murphy and Partners mit industriell vorgefertigten Holzbauteilen arbeiten.

"Endlich werden wir in die Schnelligkeit und Präzision reinrutschen, wie sie aus der Modulfertigung des Schiffbaus und der Luftfahrt-Industrie bekannt sind», meinte Jan Störmer. Eine Fabrik für solche Teile gibt es in Norddeutschland nicht. Die Baustelle sei aufgrund ihrer Lage einfacher mit Fertigbauteilen zu bedienen, sagte Projektleiter Georg Nunnemann. Der Rohbau werde aktuell acht bis 10 Prozent teurer werden als ein herkömmliches Grundgerüst aus Stahlbeton. Der beschleunigte Bauprozess sowie das Holz mit seiner Wärmeaufnahme führten zu einer Energie-Einsparung, ist er überzeugt. Welches Holz zum Einsatz kommen wird, ist noch offen. Es werde aber nur zertifiziertes Material verwendet, ergänzte Nunnemann. Das wird nach seinen Angaben zur Hälfte am und im Bau sichtbar sein, vor allem an Decken und Wänden.

Auch wenn Holz als brennbar eingestuft werde, lägen etliche Testergebnisse zum Einsatz von massivem Holz (Brettschichten) als Baumaterial vor, ergänzte Nunnemann. "Da muss man sich keine Sorgen machen." Sprinkler- und Brandmeldeanlagen müssen zum Brandschutz ohnehin installiert werden.

Im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg gibt es bereits ein mehrstöckiges, 2013 in Massivholzbauweise errichtetes "Wälderhaus", das ein Hotel und eine Ausstellung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald beherbergt. Auf der Elbinsel werden auch Studentenwohnungen aus dem Werkstoff Holz gebaut.

Kombi Tier & Mensch

Eine große multimediale Präsentation will auch die Deutsche Wildtier Stiftung auf zwei Ebenen in dem Hochhaus zeigen. Sie wolle Stadtmenschen und Besuchern die Situation von Wildtieren nahebringen, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind, wie Vorstand Prof. Fritz Vahrenholt berichtete. Er erwartet jährlich 100 000 Besucher.

Außerdem soll es ein Kino nur für Natur- und Tierdokumentationen sowie Lernwerkstätten für Kinder und Jugendliche geben. Die Deutsche Wildtier Stiftung selbst wird ihren künftigen Sitz im Hochhaus nehmen.

Es wird im internationalen Vergleich in seiner Höhe von Wien (ca. 84 Meter) und Amsterdam (ca. 73) den Angaben zufolge übertroffen, ist aber 12 Meter höher als das Gebäude in Vancouver (52). In Deutschland wird es das höchste Holzhaus werden.

 (dpa/aba)

Deine Meinung
comments powered by Disqus
Verwandte Themen
Adele

Nach Hochhaus-Inferno in London

Grenfell Tower

Baby aus 10. Stock aufgefangen

Feuerwehr Symbolbild

So funktioniert der Brandschutz in Hamburg