Überseequartier

Anwohner wehren sich

Klage gegen XXL-Shopping-Center in der HafenCity

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Klage gegen XXL-Shopping-Center in der HafenCity

Im südlichen Überseequartier soll bis 2021 ein gigantisches Einkaufszentrum mit über 80.000 Quadratmetern entstehen. Nun wehren sich die Anwohner gegen das Projekt.

Hafencity, Hamburg

In der HafenCity soll ein Einkaufszentrum mit bis zu 200 Geschäften entstehen. Doch was haltet ihr von dem Projekt?

Gigantismus oder notwendig? Das französische Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco bebaut seit April 2017 mit dem südlichen Überseequartier eines der größten Areal der Hansestadt. Bis 2021 sollen auf dem 260.00 Quadratmeter großen Areal Einzelhäuser, Hotels, Cafés, Restaurants, Büros und Wohnungen entstehen. Soweit so gut, die Meinungen scheiden sich allerdings an dem Einkaufsquartier. Auf über 80.000 Quadratmetern soll dort ein neues Einkaufszentrum über drei Ebenen mit 200 Shops entstehen. Das Projekt war vor allem bei den Händlern in der Stadt von Anfang an umstritten, nun wehren sich allerdings auch die Anwohner in der HafenCity gegen das Projekt und haben Klage eingereicht.

Bewohner reichen Klage ein

Insgesamt fünf Bewohner der HafenCity haben offiziell Klage vor dem Oberverwaltungsgericht gegen das Großprojekt eingereicht, nachdem die Baupläne nachträglich verändert worden sind. Sie wehren sich gegen die neuen Pläne der Stadt, weil ihnen durch die höhere Bebauung die Elbsicht genommen und mehr Verkehr in der Hafencity fahren würde und werfen der Stadt eine fehlerhafte Genehmigung vor. Rechtsanwalt Michael Günther vertritt die Anwohner in der Initiative "Lebenswerte HafenCity" und rechtfertigt die Klage: "Das Entscheidende für die Nachbarn sind gesunde Wohnverhältnisse. Darauf haben diese einen Anspruch." So würden beispielsweise die Emissionsgrenzwerte, die durch die Bebauung entstehen würden, deutlich überschritten. Laut Günther sind Experten zu der Einschätzung gekommen, dass die Luftbelastung in Zukunft höher sein könnte als in der Habichtstraße in Barmbek, die zu einer der am stärksten belasteten Straßen in Deutschland zählt.

Stadt schweigt bisher

Ziel der Anwohner sei laut "NDR" ein kompletter Baustopp für das milliardenteure Bauprojekt und ein Entzug der Baugenehmigung für die Tiefgarage des Centers. Mit Fertigstellung würden täglich bis zu 50.000 Kunden und 25.000 Autos in die HafenCity rollen. Das passt auch vielen Händlern in der Stadt nicht. Sie befürchten einen Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. "Das ist keine moderne Stadtplanung, sondern ein Rückschritt in die 1960er und 1970er Jahre", sagte Architektin Iris Neitmann. Gefragt sei ein Gesamtkonzept "für ein lebenswertes Viertel". Noch haben sich weder Unibail-Rodamco, noch die Stadt oder die Stadtentwicklungsbehörde zu der Klage geäußert. Eine derartige Klage kann allerdings bis zu zwei Jahre dauern.

Was haltet ihr von dem XXL-Projekt? Braucht Hamburg ein derart großes Einkaufszentrum oder nicht? Stimmt jetzt ab!

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