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Des Deutschen liebstes Kind - Soviel Geld geben die Hamburger für Ihr Auto aus

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Des Deutschen liebstes Kind - Soviel Geld geben die Hamburger für Ihr Auto aus

Nach wie vor hat sich an der Liebe der Hamburger zu ihrem Auto nichts geändert. Obwohl die Fahrzeuge in der Regel nie mehr als fünf Prozent der Zeit in Betrieb sind, stellen sie einen ganz wesentlichen Posten bei den monatlichen Abrechnungen dar. Wer kein Eigenheim besitzt, deklariert den Kauf des eigenen Wagens häufig sogar als die teuerste Anschaffung überhaupt. Doch wie viel Geld investieren die Hamburger tatsächlich in ihr liebstes Kind?

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Wie viel Geld geben Hamburger für Ihr Auto aus?

Zunächst ist es die Anschaffung an sich, welche die Kosten für den Wagen ganz erheblich beeinflusst. Vor allem bei den Neuwagen sind die durchschnittlichen Ausgaben in den vergangenen Jahren in die Höhe geschossen. Mehr als 29.000 Euro gaben die Hamburger im vergangenen Jahr im Schnitt für ihr neues Auto aus - rund 9.000 Euro mehr, als noch im Jahr 2005. Häufig reicht das vorhandene Eigenkapital schon gar nicht mehr aus, um sich den Traum des eigenen Wagens noch zu erfüllen. Da man einen Autokredit online beantragen kann, bieten sich im Gegenzug auch für den Verbraucher wiederum neue attraktive Möglichkeiten. Auch der drastische Wertverlust, den die Wagen bereits in den ersten zwei Jahren ihres Daseins hinzunehmen haben, hält diese starke Entwicklung des Preises noch nicht vom Gebrauchtwagenmarkt ab. Folglich steigen auch dort die Summen, die ein Interessent im Durchschnitt auf den Tisch zu legen hat.

Ein Fass ohne Boden?

Doch nicht nur die Anschaffung eines Autos belastet den Geldbeutel der Hamburger. Häufig unterschätzt werden in diesem Zug die laufenden Kosten, welche durch den Erwerb entstehen. Beginnend mit der jährlich zu zahlenden Kfz-Steuer sind es am Ende rund 250 Euro pro Monat, die nach den Angaben des ADACs auf die Besitzer eines Wagens zukommen. Eine Rolle spielen neben den Benzinkosten auch Versicherung und Reparaturen, die immer wieder durchgeführt werden müssen. Vor allem über diese Dimension der Kosten sind sich viele Interessenten nicht ausreichend im Klaren. Denn selbst ein vermeintliches Schnäppchen kann sich nach dem Kauf in eine wahre Kostenfalle verwandeln, in die stetig neue Summen zum Erhalt der persönlichen Freiheit investiert werden müssen.

Hohe laufende Kosten

Blickt man nun auf die Gesamtheit der Kosten, so liegen diese meist gleichauf mit der anfallenden Miete. Auch aus diesem Grund entschieden sich in der Vergangenheit immer mehr städtische Bewohner, die Zahl der Autos im Haushalt zu reduzieren, oder sogar ganz auf diese Form der Mobilität zu verzichten. Während dies in Hamburg aufgrund der gut angeschlossenen und hoch frequenten öffentlichen Verkehrsmittel kein allzu großes Problem darstellt, zeigt sich bereits in den Vorstädten ein ganz anderes Bild. Hier verkehren die öffentlichen Anbindungen deutlich seltener, weshalb es bereits hier schwer ist, ohne ein Auto pünktlich und komfortabel zur Arbeit zu kommen. Experten sehen genau an diesem Punkt ein großes Potenzial, um die Mobilität der Zukunft weiter voranzutreiben. Doch bis dafür die passenden Strukturen geschaffen sind, bleibt die große Bedeutung des Autos nach wie vor unumstritten.

Das Auto als Statussymbol

Weiterhin ist die Rolle des Autos als klares Statussymbol nicht zu unterschätzen. Neben dem Ausdruck der persönlichen Freiheit bleibt es somit auch ein Zeichen für finanziellen Erfolg, der auch Hamburger zum Kauf veranlasst. Vor diesem Hintergrund ist doch so mancher Interessent dazu bereit, für den guten Ruf noch etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Vielleicht müssen wir uns also auch von dieser alten gesellschaftlichen Konvention lösen, um unsere Mobilität in der Stadt Hamburg mehr und mehr auf die Zukunft auszurichten. Aus der aktuellen Perspektive scheint es jedoch noch ein weiter Weg zu sein, bis sich diese Utopie tatsächlich in die Tat umsetzt. An der Kaufkraft der Hamburger in Sachen Automobile haben die vielen Konzepte der Visionäre bis zu diesem Zeitpunkt zumindest noch keine nennenswerten Änderungen hervorgerufen. Man darf deshalb gespannt sein, welche Anstöße für die Zukunft noch notwendig sind.