Ed Sheeran 2015

Inspiration oder Plagiat

Ed Sheeran unter Druck

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Ed Sheeran unter Druck
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Zwei Songwriter aus Kalifornien haben in Los Angeles Klage gegen den britischen Sänger und Songwriter Ed Sheeran eingereicht.

Es könnte sich einer der größten Rechtsstreits in der Musikgeschichte anbahnen. Denn zwei Songwriter aus Kalifornien haben in Los Angeles Klage gegen den britischen Sänger und Songwriter Ed Sheeran eingereicht. Doch was könnte sich daraus entwickeln?

Ed Sheeran unter Druck

Die Kalifornischen Musiker sind sich sicher, dass Ed Sheeran sich bei seinem Hit Photograph am Material von Matt Cardle bedient zu haben. Der englische Popsänger, der im Jahr 2012 eine Castingshow in seinem Heimatland gewonnen hatte, veröffentlichte zu dieser Zeit den Song Amazing. Aus der Anklageschrift geht deutlich hervor, welch große Passagen von Photograph nach der Argumentation der Kläger Ähnlichkeiten dazu zeigen. Bislang ist allerdings unklar, ob die schwammigen Beweise vor Gericht Bestand hätten. Klassische Ermittlungsarbeit von Detektiven, wie bei dieser Detektei, kann im Falle einer solchen Urheberrechtsverletzung nur schwer zu Resultaten führen, da sich der Moment des Regelverstoßes nicht rekonstruieren lässt. Unter anderem steht auch der Refrain des Songs zur Disposition, der Ed Sheeran mit Photograph mächtig ins Schwitzen bringen dürfte. Denn es geht bei den Verhandlungen um die Summe von immerhin 20 Millionen Dollar.

Weitere Rechtsstreits

Tatsächlich markiert der aktuelle Rechtsstreit nicht den einzigen Streit, was das geistige Eigentum bekannter Musiker betrifft. Dass sich daraus durchaus ein Problem für den Angeklagten entwickeln könnte, beweist ein Fall aus dem Jahr 2015, bei dem ein ähnliches Urteil gesprochen wurde. Im Zentrum des Geschehens stand ein Song von Soul-Legende Marvin Gaye, an welchem sich Pharrell Williams und Robin Thicke für ihren Song Blurred Lines bedient haben sollten. In der Folge klagten die Nachfahren des in den 1980er-Jahren gestorbenen Sängers und bekamen nach einigen Verhandlungstagen einen Schadensersatz in Höhe von fünf Millionen US-Dollar zugesprochen. Dies zeigt, dass solche Verfahren nicht immer aus reiner Verzweiflung heraus geboren werden, sondern durchaus die Aussicht auf Schadensersatz bieten.

Die Crux der Verhandlungen

In anderen Rechtsstreitigkeiten um Songs kam es dagegen aufgrund mangelnder Beweise nie zu einem entsprechenden Urteil. Dies beweist der Fall von White Hinterland, die durch den Song Sorry von Justin Bieber ihr geistiges Eigentum verletzt sah. Die Richter sahen im Jahr 2016 aber keine entsprechende Rechtsgrundlage, um ihr deshalb Schadensersatz zuzusprechen. Ähnlich verlief es bei einem der größten Hits der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Als musikalisches Monument stand Stairway To Heaven über lange Zeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Im Jahr 2014 klagte nun der Bassist der eher unbekannten Band Spirit gegen Led Zeppelin. Daran schloss sich ein detaillierter Vergleich des bereits 1968 erschienenen Songs Taurus von Spirit und dem Welthit aus dem Jahr 1971 an. Der Kommentar des zuständigen Richters verdeutlicht dabei das Grundproblem, welches derartigen Verhandlungen zugrunde liegt:

"Auch, wenn es in der Musik-Industrie üblich ist, dass sich Riffs gleichen, wie in diesem Fall die absteigende, chromatische Akkordfolge, übersteigt die Ähnlichkeit diese Grundstruktur bei Weitem."

Am Ende ist es für einen professionellen Musiker nahezu unmöglich, sich nicht von den Songs anderer Künstler beeinflussen zu lassen. Schließlich ist das ständige Hören von Musik wohl die wichtigste aller Inspirationsquellen. Für das Gericht ist es daher stets notwendig, den schmalen Grat zwischen Inspiration und Plagiat ausfindig zu machen, an welchem die Ähnlichkeit des Geschehens überhandnimmt.