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Kein Frieden im Schanzenviertel

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Wer nach dem Rückkauf der Roten Flora auf Frieden in der Schanze gehofft hat, wird nun enttäuscht. Die Besetzer wollen weiter kämpfen.

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Die Besetzer wollen sich alleine um die Rote Flora kümmern.

Auch nach dem Rückkauf der Roten Flora durch den Hamburger Senat wollen die linksautonomen Besetzer des Gebäudes keinen Frieden mit der Stadt. "Die Rote Flora lässt sich nicht befrieden, da die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse keinen Frieden zulassen", hieß es jetzt in einer Erklärung, die ein Plenum der Flora-Nutzer verabschiedete. Die "Floristen" verwiesen auf "Tausende illegalisierte Menschen" in Hamburg, die sich eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis wünschten, vom Senat aber ignoriert würden.

"Floristen" brauchen keine Hilfe

Den Besetzern sei es egal, wem das ehemalige Theater im Schanzenviertel gehöre, sie seien "keine Freunde der bürgerlichen Eigentumsordnung". Sie bräuchten auch keine Hilfe von der Johann-Daniel-Lawaetz-Stiftung, die das Gebäude treuhänderisch übernehme. Man werde es weitere 25 Jahre aus eigener Kraft in Schuss halten. "Der Bau und der Kampf gehen weiter!", schließt die Erklärung.

Insolvenzverwalter äußert Kritik

Unterdessen hat der Insolvenzverwalter des bisherigen Eigentümers der Hamburger Roten Flora Kritik am Verfahren zum Verkauf der Immobilie an die Stadt zurückgewiesen. Das Angebot der städtischen Johann-Daniel-Lawaetz-Stiftung, das linksautonome Kulturzentrum für 820.000 Euro zu kaufen, sei das einzig seriöse gewesen, sagte Insolvenzverwalter Nils Weiland. Ein Berater des bisherigen Eigentümers Klausmartin Kretschmer, Gert Baer, hatte erklärt, auf der entscheidenden Gläubigerversammlung Ende Oktober hätten noch zwei deutlich höhere Angebote über 1,15 und 1,3 Millionen Euro vorgelegen.

Schanzen-Bewohner hoffen auf Frieden

Weiland sagte dazu, es habe sich bei den beiden Interessenten um eine Briefkastenfirma aus Panama sowie um eine Gesellschaft von Baer gehandelt. Beide Angebote habe auch Baer selbst abgegeben. Trotz Nachfragen sei nicht klargeworden, wer hinter der Firma in Panama stecke. Diese Prüfung sei aber schon aufgrund des Geldwäschegesetzes vorgeschrieben. "Ich halte das für hochgradig unseriös", sagte Weiland. Gegen die Verkaufsentscheidung hätten Gläubiger aus dem Umfeld von Baer Rechtsmittel eingelegt. Nach Abweisung einer Beschwerde durch das Amtsgericht müsse nun noch das Landgericht entscheiden. Weiland sieht dem gelassen entgegen: "Da bin ich ganz, ganz entspannt." Die Rote Flora im Schanzenviertel ist seit 25 Jahren besetzt und gilt als Kristallisationspunkt der linksautonomen Szene in der Hansestadt. (dpa/apr)

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