Außenaufnahme der Hamburger Handelskammer

Wir müssen reden. Klartext - der HAMBURG ZWEI Stadttalk mit Matthias Onken

"Kein gutes Beispiel": Handelskammer kritisiert SPD für geringen Frauenanteil im neuen Senat

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"Kein gutes Beispiel": Handelskammer kritisiert SPD für geringen Frauenanteil im neuen Senat

Norbert Aust, neuer Präses der Handelskammer Hamburg, hat die SPD für den geringen Frauenanteil bei der Besetzung der neuen Senatorenposten kritisiert: "Das ist sicherlich kein gutes Beispiel."

Handelskammer Präses Norbert Aust

Norbert Aust, neuer Präses der Handelskammer Hamburg, hat die SPD für den geringen Frauenanteil bei der Besetzung der neuen Senatorenposten kritisiert: "Das ist sicherlich kein gutes Beispiel." Die Interessenvertretung der Wirtschaft, lange für ihre verkrusteten Führungsstrukturen angeprangert, mache es anders: Wir haben in unserem Präsidium neben mir als Präses drei Frauen und drei Männer. Das war gute Absicht und darüber freuen für uns", sagte er HAMBURG ZWEI im "Stadt-Talk". Die fehlende Gleichbehandlung bei der Senatsbesetzung sei zu bedauern, so Aust. Er sei sich aber "ziemlich sicher, dass sich das vielleicht sogar in dieser Legislaturperiode noch ändern wird."

Nur wenige Frauen im neuen Senat

Neben Bürgermeister Peter Tschentscher will die SPD mit fünf männlichen Senatoren in die rot-grüne Landesregierung gehen. Nur zwei Behördenleitungen sollen mit Frauen besetzt werden. Die Entscheidung gegen die Parität der Geschlechter hatte bereits für Kritik innerhalb und außerhalb der Partei gesorgt. Im Gespräch mit Matthias Onken sagte Aust, hinter dem Vorgehen stehe "vermutlich der Wunsch, dass gute Arbeit weitergeführt wird und erfahrene Senatoren das Zepter weiter in der Hand halten." Sein persönliches Ziel und das der Handelskammer aber sei es, Frauen zu fördern und in Führungspositionen zu bringen. Diese Haltung sei in der Wirtschaft mittlerweile verbreitet.

Präses Aust fordert „Unternehmer statt Virologen“ als Ratgeber der Politik für künftige Corona-Entscheidungen

Hart ins Gericht geht Kammerpräses Aust mit der Entscheidung der Politik für einen Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Diese Maßnahme sei ohne Rücksicht auf die Folgen für Unternehmen gewählt worden. "Es sind ganze Berufszweige durch eine staatliche Verordnung stillgelegt worden, viele Menschen arbeitslos geworden, Familien in Not geraten. Das war quasi wie ein Berufsverbot. (…) Man wird sehen, ob das rechtswidrig war. Vermisst habe ich eine stärkere Abwägung der Rechtsgüter unserer Grundwerte. Vielleicht war es wichtig, dass zunächst die Virologen und Ärzte mit am Tisch saßen. Aber jetzt müssen die Unternehmer an den Tisch", sagte Aust auf HAMBURG ZWEI. Nur sie könnten die Konsequenzen und die Entwicklungen für die Wirtschaft beurteilen.

Der HAMBURG ZWEI Stadttalk mit Matthias Onken und Handelskammer Präses Norbert Aust

Den gesamten Stadttalk gibt es hier auch noch einmal für euch zum Nachhören

Der HAMBURG ZWEI Stadttalk mit Matthias Onken und Handelskammer Präses Norbert Aust - Teil 1

Der HAMBURG ZWEI Stadttalk mit Matthias Onken und Handelskammer Präses Norbert Aust - Teil 2

Der HAMBURG ZWEI Stadttalk mit Matthias Onken und Handelskammer Präses Norbert Aust - Teil 3

Der HAMBURG ZWEI Stadttalk mit Matthias Onken und Handelskammer Präses Norbert Aust - Teil 4