Die Erde

Bericht veröffentlicht

Der Erde droht ein sechstes Massensterben

Facebook & Co.
Der Erde droht ein sechstes Massensterben

Droht uns ein neues Artensterben? Es scheint so. Wie ein Bericht der Vereinten Nationen jetzt bestätigt, ist der Mensch sogar der Hauptschuldige.

Die Erde

Der Bericht schlägt Alarm. 

Die Menschheit sollte ihren Umgang mit der Natur überdenken, so das ernüchternde Fazit des Berichtes des Weltbiodiversitätsrates (IPBES). Die Organisation der UN mit 132 Mitgliedsstaaten wurde 2012 gegründet und soll wissenschaftliche Politikberatung in Sachen Erhaltung und nachhaltige Nutzung von biologischer Vielfalt und Ökosystemdienstleistungen betreiben.  

Eine Million Tier- und Pflanzenarten betroffen

Am Montag (06.05.) wurde eine 39 Seiten lange Zusammenfassung der Studie bekannt, die den Umweltministern der G 7-Staaten vorgelegt werden soll. In dieser warnt die Organisation, dass bis zu einer Million Pflanzen- und Tierarten in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten vom Aussterben bedroht sein werden, wenn es zu keiner Änderung im Bereich Umweltschutz und Klimawandel kommt. Schon die durch den Klimawandel verursachte Erhitzung der Erde über den Schwellenwert von 2 Grad Celsius könnte ca. 5 % der Arten auslöschen. Allein 99 % Prozent aller Korallenriffe wären von solch einem Vorgang betroffen. Als größte Ursache benennt der Bericht hierbei die Auswirkungen durch die Landwirtschaft.

Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick: 

-85 Prozent der Feuchtgebiete sind bereits zerstört

-Seit dem späten 19. Jahrhundert sind rund die Hälfte aller Korallenriffe verschwunden

-Neun Prozent aller Nutztierrassen sind ausgestorben

-Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 wurden 100 Millionen Hektar tropischer Regenwald abgeholzt - weitere 32 Millionen Hektar allein zwischen 2010 und 2015

-23 Prozent der Landfläche des Planeten gelten als ökologisch heruntergewirtschaftet und können nicht mehr genutzt werden

-Der Verlust von Bestäuberinsekten bedroht die Nahrungsmittelproduktion. Der Wert liegt bei 235 bis 577 Milliarden Dollar pro Jahr

-Durch die Zerstörung von Küstengebieten wie Mangrovenwäldern ist die Lebensgrundlage von bis zu 300 Millionen Menschen gefährdet

Wenig Anstrengung

Eine katastrophale Bilanz zieht der Bericht mit den heutigen Bemühungen zur Verbesserung der biologischen Vielfalt. Bereits 2010 hatte sich die Staatengemeinschaft im japanischen Nagoya 20 Ziele gesetzt, von denen bis heute allerdings nur vier erreicht worden sind. Als Vorschläge zur Besserung kreidet der Bericht neben konkreter Maßnahmen eine bessere internationale Zusammenarbeit zwischen den Ländern an, damit ein noch größeres Umweltbewusstsein in der Bevölkerung verankert wird. Außerdem müssten umweltfeindliche Subventionen abgebaut werden und die Politik konsequent an Umweltzielen orientiert werden. 

Ergebnis dreijähriger Arbeit

Der Bericht ist das Ergebnis einer dreijährigen Zusammenarbeit von 145 Wissenschaftlern aus 50 Ländern. Er soll die Grundlage für ein UN-Abkommen zur Bewahrung der biologischen Vielfalt bilden, welches 2020 beim UN-Klimagipfel in China beschlossen werden soll. 

Mehr Nachrichten bekommt ihr auch im Nachrichten-Podcast von Hamburg Zwei!

Verwandte Themen
Streik, Flughafen, Airport, Hamburg

Mitten in den Ferien

Flugzeuge am Hamburg Airport

Ankündigung von United Airlines

Symbolbild Polizei

Nach BKA-Fahndung