Phantombild Polizei

Tagung der deutschen Phantomzeichner

So wird ein Phantombild eines anonymen Täters erstellt

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Bilderserie

In den kommenden drei Tagen findet eine Veranstaltung der Phantomzeichner aus ganz Deutschland statt. Dieses Jahr läuft die Tagung in Hamburg. Zu diesem Anlass finden sich aus jedem Bundesland einige Vertreter zusammen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu bereichern.

Über 40 Jahre Erfahrung

Norbert Schulz ist bereits seit über 40 Jahren in seinem Beruf als Phantomzeichner tätig und hat in seiner Laufzeit über 30.000 Phantombilder erstellt. Schon mit zwölf Jahren wusste er, dass er diese Tätigkeit ausführen möchte und hat es seitdem auch nie bereut.

Das ist wichtig bei einem Phantombild

Norbert erzählt uns einiges über die Vorgehensweise der Polizei zur Täterermittlung: Neben Fingerabdrücken und DNA-Spuren ist die Zeugenaussage der wichtigste Teil zur Findung. Anhand der Beschreibungen von Opfern und Zeugen werden Phantombilder erstellt, die zur Fahndung der Täter verwendet werden. Besonders wichtig dabei ist das Gesicht, schwer veränderliche Merkmal wie die Augen, die Nase und der Mund können Täter am besten ausfindig machen. Klamotten und Haare sind eher Nebensache, da diese sich leicht austauschen und verändern lassen. Es wird zudem zwischen Opfer und Zeuge unterschieden, Opfer haben die Tat hautnah mitbekommen, waren näher am Täter dran und können daher die Person viel besser und detaillierter beschreiben. Das Geschehen ist in ihr Gedächtnis gebrannt, anders als bei teilnahmslosen Zeugen, die den Täter nur flüchtig gesehen haben. Die verschiedenen Aussagen und Beschreibungen werden auf überschneidende Aussagen geprüft und anhand dessen ein Phantombild erstellt. Natürlich verspricht ein gezeichnetes Phantombild keinen Erfolg, der gefasste Täter kann im Nachhinein ganz anders aussehen. Menschen können sich irren, nehmen das Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln wahr und stehen unter Schock.

Veränderungen im Laufe der Zeit

Früher wurden die Bilder der Täter mit der Hand in schwarz-weiß gezeichnet. Die Erstellung eines Phantombildes hat bis zu sechs Stunden gedauert. Heutzutage werden alle Bilder mit einem Programm auf dem Computer erstellt, dieses funktioniert ähnlich wie Photoshop, die einzelnen Merkmale wie Haare, Gesichtsform, Augenbrauen und Mund können speparat zusammengestellt werden. Die Dauer beträgt heute nur noch zwei Stunden. Die Bilder sind jedoch immer noch ohne Farbe. Die Polizei hat festgestellt, dass Farbe zu dominant ist. Das Phantombild sieht einem Foto zu ähnlich und die Menschen werden zu sehr von diesem Bild beeinflusst. Der Täter kann schließlich eine andere Haut- oder Haarfarbe haben. Ein schwarz-weißes Bild kurbelt das Erinnerungsvermögen der Leute an.

Wichtig, aber nicht ausreichend 

Ein Phantombild allein reicht natürlich nicht zur Identifizierung eines Verdächtigten aus und kann somit auch nicht schuldig gesprochen werden. Es müssen dafür noch andere Beweise vorliegen.

In unserer Bilderserie seht Ihr einige Bilder aus der Tagung, Klickt Euch durch!

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