Feuer, Brand, Grillen, Feuerwehr

Wenn die Grillparty zum Alptraum wird

Vorsicht am Grill!

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Sommerzeit ist für viele automatisch gleichzeitig Grillzeit. Pro Jahr wird in Deutschland zwischen 70 und 90 Millionen Mal gegrillt. Allerdings kommt es beim Fleischbrutzeln, Gemüsespießchen- und Tofuwürstchengrillen auch immer wieder zu schweren Unfällen mit Verbrennungen, wenn am Grill einige elementare Verhaltensregeln vergessen oder nicht beachtet werden. So schätzt die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, dass es pro Jahr durchschnittlich 4.000 Verbrennungsfälle gibt, 400 davon sind sehr schwer und potenziell lebensbedrohlich. Die Hamburger Feuerwehr hat deshalb am Mittwoch (17.06) praktische Tipps zum Umgang mit Grills gegeben und vorgeführt, wie schnell ein Feuer außer Kontrolle geraten kann und Menschenleben gefährden kann.

Vorsicht beim Grillen So benutzt man seinen Grill richtig

Wählt einen richtigen Ort im Freien, so dass Wärmestrahlung ungehindert abziehen kann. Ungeeignet sind Balkone oder Plätze unter Holzdecken, vor Fenstern, in Carports und Schuppen.





Achtet auf einen sicheren Stand, stellt den Grill nicht auf eine schiefe Ebene. Das Unterlegmaterial muss so groß sein, dass die Beine des Grills nicht abrutschen können.





Die Menschen am Grill sollten darauf achten, dass ihre Kleidungsstücke keine Kunststofffasern beinhalten. Sie schmelzen bei Annäherung einer Wärmequelle und verursachen schlecht heilende Verletzungen.





Das Gerät darf nicht zweckentfremdet werden. Die Konstruktion ist nicht immer für große Fleischstücke oder Kochtöpfe geeignet.





Kleinkinder gehören nicht an den Grill. Ein Sicherheitsabstand muss unbedingt eingehalten werden. Auch Erwachsene rutschen aus oder werden angeschubst. Markiert einfach den Abstand mit Stühlen oder einer gespannten Leine.





Die Menge der Grillkohle muss der Größe des Gerätes entsprechen. Achtet auch darauf, dass keine Kohlestücke herausfallen können.





Das Anzünden der Kohle darf nur mit zugelassenen Mitteln erfolgen. Geeignetes findet Ihr in den Angeboten eines Fachhandels.





Benutzt zum Wenden der Grillstücke geeignete Gabeln oder Zangen. Denk auch an eine Ablage für Euer Grillbesteck.





Nach dem Essen ist die Kohle keine Unterlage zum Verbrennen des Verpackungsmaterials. Kinder sollten nicht mit Stöckchen oder Papier kokeln. Stellt den Grill an eine sichere Stelle und lasst die Kohle kalt werden. Plastikmülleimer sind ungeeignet, glühende Kohlen aufzunehmen.





Im Allgemeinen auf Anzündehilfen verzichten. Brandbeschleuniger wie Brennspiritus, Benzin, Terpentin oder Petroleum haben beim Grillen nichts verloren. Verdunsten die Flüssigkeiten, kann sich ein hochexplosives Dampf-Luft-Gemisch bilden. Schwere Stichflammen sind dann möglich.





Achtet auf Funkenflug oder ähnliches. Am besten immer einen Eimer Wasser, Sand oder einen Feuerlöscher in der Nähe haben.





Den Grill nur abgekühlt von A nach B bewegen. Nie den heißen Grill anfassen oder den Standort ändern!





Sollte im schlimmsten Fall dennoch etwas schief gehen, ruft sofort die Feuerwehr unter der 112 an und leitet Erste-Hilfe-Maßnahmen ein.

Unfälle beim Grillen Erste-Hilfe bei Grillunfällen

Wie erkennt man eine Verbrennung?

  1. Verbrennung ersten Grades: Rötung auf der Haut
  2. Verbrennung zweiten Grades: Gewebe ist nicht nur oberflächlich verbrannt. Es treten zusätzlich kleine Brandblasen auf
  3. Verbrennung dritten Grades: Haut bis in tiefere Schichten verbrannt, schwarz-weiße Blasen auf der Haut
  4. Verbrennung vierten Grades: Haut ist verkohlt




Wie behandelt man Brandwunden?

  1. Kleine Verbrennungen mit fließendem Leitungswasser behandeln. 
  2. Handwarmes Wasser 10-15 Minuten über die Wunde laufen lassen
  3. Auf keinen Fall eiskaltes Wasser oder gar Eis benutzen, das schädigt die Haut noch mehr
  4. "Hausmittel" wie Mehl, Butter, Öl oder Zahnpasta gehören nicht auf Brandwunden
  5. Nach dem Kühlen die Wunde steril abdecken
  6. Bei offenen oder großflächigen Brandwunden einen Arzt aufsuchen
  7. Wichtig ist bei Brandverletzungen im Allgemeinen ein guter Impfschutz gegen Tetanus




Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen bei größeren Brandverletzungen?

  1. Bei Verbrennungen dritten und vierten Grades ist umgehende Erste-Hilfe notwendig und es muss sofort ein Notarzt gerufen werden
  2. Falls die Kleidung Feuer gefangen hat, den Betroffenen mit Decken oder Tüchern einwickeln, um das Feuer zu ersticken
  3. Verbrannte Kleidung an den verbrannten Stellen aufschneiden und entfernen (außer sie hat sich bereits mit der Haut verbunden)
  4. Offene Haut wie Gesicht oder Hände mit Leitungswasser auf sauberen Tüchern kühlen und vor Verschmutzungen reinigen. In Autoverbandskästen gibt es hierzu Brandwundenverbandtücher
  5. Helfenden sollten den Patienten möglichst ruhig stellen, da nach einer Verbrennung häufig Schocks auftreten
  6. Den Betroffenen auf keinen Fall alleine lassen, bis der Notarzt eintrifft




(san)

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