Boeing 737 Max 8, TUI, Shutterstock

Mit Flugangst nach Sansibar

Wie meistert Cathy den Flug?

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Wie meistert Cathy den Flug?

Für HAMBURG ZWEI Wettercaptain Cathy geht’s am Samstag in den Urlaub nach Sansibar. Dabei leidet Cathy an Flugangst. Das Pikante: Auf dem Rückflug fliegt Cathy mit einer Boeing 737 Max 8 – der Flugzeugtyp, der gerade in Äthiopien abgestürzt ist.

Cathy Weder, Hamburg Zwei

Für Wettercaptain Cathy geht's Samstag in den Urlaub.

Für HAMBURG ZWEI Wettercaptain Cathy und ihren Freund Max geht’s am Samstag in den wohlverdienten Urlaub. Die beiden fliegen nach Sansibar in Ostafrika. Zwar freut sich Cathy schon tierisch auf den Urlaub, aber nicht auf den Flug. Denn unser Wettercaptain leidet an Flugangst – wie tausende andere Menschen auch. Und die wird durch den Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien jetzt noch verstärkt, denn mit diesem Flugzeugtyp geht’s für Cathy nach dem Urlaub wieder zurück nach Deutschland. Kein Wunder, dass ihr jetzt noch mulmiger zumute ist.

Cathys Flug wurde storniert

Nach dem Flugzeugabsturz vor wenigen Tagen in Äthiopien, hat gestern Abend die europäische Luftfahrtbehörde den gesamten europäischen Luftraum für Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8 gesperrt. Das ist genau der Flieger, mit dem Du Cathy, nächste Woche eigentlich in Richtung Sansibar startet wolltest, oder?

Cathy: Ja fast. Ich hab gestern eine Mail von Turkish Airlines bekommen - und mein Rückflug von Sansibar nach Hamburg wurde storniert. Der wäre nämlich genau mit dieser Boeing 737 Max gewesen. Großes Drama - wie kommen wir zurück? Die Hotline nur auf Türkisch. Ich also voller Panik zu Turkish Airlines hier beim Rathausmarkt und die hatten nur eine Option für uns: Umbuchen. Jetzt fliegen wir mit Ethiopian Airlines zurück nach Hamburg - über Addis Abeba...wir sind da mit einem wirklich komischen Gefühl rausgegangen...aber am Ende bin ich trotzdem froh, dass wir überhaupt fliegen können - und das im Moment so sicher wie möglich. Das Umbuchen war kein Problem... Und auch Ihre Osterferien sind sehr wahrscheinlich nicht in Gefahr - die deutschen Airlines fliegen nicht mit der Max 8...

Tipps gegen Flugangst

Wie Cathy ihre Flugangst ein bisschen lindern kann, erfährt sie Dienstag im HAMBURG ZWEI Morgen. Hier gibt ihr ein Experte Tipps, um einigermaßen stressfrei und entspannt im Urlaub anzukommen. Ihr leidet auch wie Cathy an Flugangst? Dann haben wie hier ebenfalls ein paar Tipps für euch.

Tipps gegen Flugangst

Pünktlich sein!

Nichts ist stressiger, als wenn man zu spät kommt. Seid also so früh am Flughafen, dass ihr entspannt durch den Check-in und die Kontrollen kommt und anschließend noch ein bisschen herumlaufen und stöbern könnt. Der Gedanke, so wenig Zeit auf dem Flughafen zu verbringen, ist keine gute Lösung, denn meistens artet das in so viel Stress aus, dass man noch angespannter ins Flugzeug steigt, weil man keine Zeit hatte, sich damit auseinanderzusetzen, dass man gleich fliegt. Man muss es zulassen. 





Fragen stellen & düstere Gedanken verbannen

Das erste, wo Menschen mit Flugangst aufschrecken, sind ungewohnte Geräusche und Bewegungen. "Was ist das für ein komisches Summen?", "Wieso rattert es auf einmal unter uns?", "Klang der Pilot nicht irgendwie angespannt, oder hat er gar gelallt?" - STOPP. Mit solchen Gedanken steht man sich nur selbst im Weg. Benutzt man beispielsweise Noise Canceling Kopfhörer, sind die Geräusche schon mal weg. Seid ihr dennoch verunsichert, dann fragt gern das Bordpersonal. Dazu ist es schließlich in erster Linie da. Nicht für irgendwelche Shoppereien oder zum Reichen eines Bierchens. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Fluggästen den Flug so angenehm wie möglich zu gestalten und ihn bei Bedarf auch zu beruhigen. Also scheut nicht davor, so viele Fragen wie nötig zu stellen. 





Den richtigen Platz buchen

Flugangst besteht nicht nur aus Höhenangst und Angst vor Kontrollverlust. Oft kommt auch noch leichte Klaustrophobie dazu. Die hinteren Sitzreihen sind meistens deutlich enger, als die vorderen, weshalb die XL-Plätze auch immer sehr begehrt sind. Wer keinen mehr beim vorigen Online-Check-in ergattern konnte, der sucht sich am besten einen Platz am Gang. Man hat nicht das Gefühl vollkommen eingesperrt zu sein und einem wird das Gefühl genommen, nicht fliehen zu können in einem Notfall. Außerdem empfiehlt es sich, einen Platz auf Höhe der Tragflächen zu buchen. Nicht, weil man da die Triebwerke im Blick hat, sondern weil man, wenn man doch einen Fensterplatz hat, nicht immer die vielen Meter in die Tiefe schauen muss. Außerdem bemerkt man leichte Turbulenzen, die übrigens vollkommen normal sind, hier am wenigsten. 





Entspannung durch richtige Atmung

An den Armlehnen festkrallen und das für mehrere Stunden ist nicht gerade angenehm und nimmt einem auf gar keinen Fall die Angst. Man muss sich davon befreien. Das ist leichter gesagt, als getan. Doch die richtige Atmung kann einem bereits dabei helfen, sich zu entspannen. Dafür immer tief einatmen und lange ausatmen, die Luft kurz halten, und von vorne starten. Durch das lange Ausatmen lockern sich die Verspannungen im Körper. Zusätzlich kann man noch die Beine und Fäuste bewusst anspannen und dann wieder lockern. Probiert es gern vor dem anstehenden Flug aus, ihr werdet merken, wie sehr ihr euch entspannt. Und konzentriert euch ausschließlich auf eure Atmung. 





Die richtige Kleidung

Damit ihr auch richtig tief einatmen könnt und nichts zwickt und drückt, zieht am besten bequeme Kleidung an. Egal wie ihr ausseht, Hauptsache ihr fühlt euch wohl. Geeignet ist auch der Zwiebellook, sollte einem zu Beginn etwas heißer sein und später wieder kühler werden, wenn sich der Körper ans Fliegen gewöhnt hat. 





Ablenkung während des Flugs

Ist die Kleidung bequem und die Atmung geregelt, gehts an die Ablenkung. Den ganzen Flug über mit der Atmung beschäftigen ist auch kein Traum. Deshalb nehmt am besten eure Kopfhörer mit, euer Lieblings-Buch, euer Tablet oder euer Smartphone. Seien es nun Hörbücher, Musik oder Filme und Serien. Ist man erstmal abgelenkt, vergeht die Zeit wie im Flug - im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Netflix und Amazon Video kann man sich ja zum Glück seine Lieblings-Serien- und Filme vorher runterladen und sogar im Flugmodus schauen. Perfekt.





Unbedingt Nahrung aufnehmen

Essen und Trinken nicht vergessen - ganz wichtig! Denn auch wenn man einen nervösen Magen hat, sollte man etwas zu sich nehmen. So hält man nicht nur seinen Blutzuckerspiegel konstant, sondern signalisiert dem Körper unterbewusst, dass alles in Ordnung ist. Denn wer trinkt und isst schon, wenn nicht alles in Ordnung ist? Man muss den Körper einfach ein bisschen austricksen. 





Baldriantropfen als pflanzliches Entspannungsmittel

Wer auf Nummer sicher gehen will, der kann sich auch noch zusätzlich in der Apotheke Baldriantropfen holen. Das pflanzliche Mittel ist bekannt dafür, dass es einen entspannt, weshalb es auch oft in Tees gegen Schlafstörungen zu finden ist. Ist etwas stärkeres wie Valium nötig, dann muss beim Arzt ein Rezept ausgestellt werden. 





Gut gemacht!

Die Belohnung kommt zum Schluss. Denn gönnt man sich nach der Landung eine schöne Kleinigkeit, verbindet das Gehirn unbewusst das Fliegen mit etwas Positivem. 





Maschinen bleiben am Boden

Nach dem Absturz einer Passagiermaschine in Äthiopien mit 157 Todesopfern muss der relativ neue Flugzeugtyp Boeing 737 Max 8 in mehreren Ländern am Boden bleiben. China, Indonesien und Äthiopien verhängten ein Startverbot für alle baugleichen Maschinen. Betroffen sind mindestens 110 Flugzeuge. Andere Airlines wie Norwegian und Tuifly erklärten hingegen, die Maschinen blieben zunächst weiter in Betrieb.

Zweites Unglück innerhalb weniger Monate

Das Unglück vom Sonntag kam nur wenige Monate nach dem Absturz einer ebenfalls noch recht neuen Boeing 737 Max 8 in Indonesien. Unter den Opfern in Äthiopien waren dem Auswärtigen Amt zufolge auch fünf Deutsche. Bereits im Oktober waren beim Absturz einer Boeing 737 Max 8 der Fluglinie Lion Air in Indonesien 189 Menschen ums Leben gekommen. Deutsche Fluggesellschaften nutzen derzeit keine Boeing 737 Max 8, wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums in Berlin mitteilte.

Welche europäischen Airlines noch auf die Unglücksmaschine setzen, seht ihr per Klick auf www.watson.ch.

(ste / dpa)

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