Florian Henckel von Donnersmarck, Oscar, 2019, Picture Alliance

Kein Award für "Werk ohne Autor"

Deutschland geht bei den Oscars leer aus

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Deutschland geht bei den Oscars leer aus

Die deutschen Oscar-Träume sind zerplatzt: Vier Mal waren Filmschaffende oder Produktionen nominiert, vier Mal gewannen andere Filme. 

Florian Henckel von Donnersmarck, Oscar, 2019, Picture Alliance

Florian Henckel von Donnersmarck geht mit seinem Film "Werk ohne Autor" bei der Oscar-Verleihung leer aus.

Die Oscar-Hoffnungen der deutschen Filmbranche sind in der Nacht zu Montag enttäuscht worden. In vier Kategorien waren Filmschaffende oder Produktionen aus Deutschland nominiert, gingen aber jeweils leer aus. Das Künstlerdrama "Werk ohne Autor" von Florian Henckel von Donnersmarck hatte sogar zwei Chancen: In der Kategorie "nicht-englischsprachiger Film" und für den Kameramann Caleb Deschanel. Beide Auszeichnungen gingen an den Film "Roma" des mexikanischen Regisseurs Alfonso Cuarón, der mit insgesamt zehn Nominierungen zu den Top-Favoriten des Abends zählte. Der Film erzählt von einer Familie im Mexiko der 70er Jahre und ist eine Hommage an die Kindermädchen aus Cuaróns Vergangenheit.

Zweite Nominierung für Florian Henckel von Donnersmarck

Für den 45-jährigen Henckel von Donnersmarck war es bereits die zweite Oscar-Chance seiner Karriere: Bereits 2007 hatte er mit dem Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den Auslands-Oscar geholt. Vor ihm hatten das nur Volker Schlöndorff mit "Die Blechtrommel" (1980) sowie Caroline Link mit "Nirgendwo in Afrika" (2003) geschafft. "Werk ohne Autor" erzählt von einem Künstler, der während der NS-Zeit aufwächst, in der DDR erste Erfolge feiert, dann aber nach Westdeutschland geht und dort einen Neuanfang wagt.

Auch andere Oscar-Hoffnungen haben sich zerschlagen

In der Kategorie "beste Dokumentation" war die deutsch-syrisch-libanesische Produktion "Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats" nominiert gewesen. Der in Berlin lebende syrische Regisseur Talal Derki hatte für seine Doku eigenen Angaben zufolge viele Monate bei einer Familie in Syrien gelebt, deren Vater ein radikaler Islamist ist. Den Doku-Oscar gewann dann aber der Film "Free Solo" von Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi über einen waghalsigen Freikletterer. Außerdem hatte die Make-up-Artistin Pamela Goldammer für ihre Arbeit in dem Fantasyfilm "Border" auf einen Oscar gehofft; doch der Preis für das beste Make-up ging an "Vice: Der zweite Mann", ein Film über den ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney.

(dpa / ste)

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