01. Oktober 2020 – Sebastian Tegtmeyer

Von politischen Themen beeinflusst

Bon Jovi veröffentlichen neues Album "2020"

Nach langer Pause melden sich Bon Jovi mit ihrem neuen Album "2020" zurück. In den Songs verarbeitet die Band dabei aktuelle politische Themen, wie den Tod von George Floyd.

Foto: Universal Music
Foto: Universal Music

Bon Jovi wollen mit ihrem neuen Album "2020" zum gesellschaftlichen Dialog aufrufen. "Mir ist es fast schon egal, wie die politische Einstellung einer Person ist, ob sie für oder gegen Trump ist", sagte Sänger Jon Bon Jovi der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl im November. "Ich will mit allen Menschen in den Dialog treten und helfen." Bon Jovi sprach sich gegen ein Schwarz-Weiß-Denken aus. "Das sollte nicht die Art sein, wie wir als Gesellschaft miteinander kommunizieren."

Songs handeln von politischen Themen

Jahrzehntelang stand die Band aus New Jersey für radiotaugliche Rockhymnen wie "Living On A Prayer" oder "It's My Life". Auf dem neuen Album "2020" geht es um aktuelle politische Themen - Waffengewalt, Rassismus, das Coronavirus sowie das gesellschaftliche und soziale Klima. "Die Songs sind jedoch nicht explizit politisch, sondern universell", betonte Jon Bon Jovi. "Ich habe mich mehr als je zuvor bemüht, in den Songs keine Partei zu ergreifen, um die politische Spaltung Amerikas nicht noch mehr anzuheizen."

Album um aktuelle Songs ergänzt

Das neue Werk war eigentlich schon vor dem Lockdown fast fertiggestellt, doch die legendäre Band arbeitete unter den außergewöhnlichen Bedingungen weiter und schrieb zwei weitere neue Songs, darunter “Do What You Can”. Beim diesjährigen iHeart Festival in den USA performten Bon Jovi den hoffnungsvollen Song gemeinsam mit Jennifer Nettles.

Im Vorfeld hatten Bon Jovi für ihr neues Album “2020” deutliche Worte gefunden und die Themen u.a. als gesellschaftskritisch und politisch beschrieben. Wie sehr dies die Band beeinflusst, zeigen Songs wie “American Reckoning”, der zweite Song, den Bon Jovi während des Lockdowns aufgenommen haben. Darin thematisieren sie den Tod von George Floyd, Polizeigewalt, Rassismus und die Black Lives Matter-Bewegung. Beide neuen Songs - "Do What You Can" und "American Reckoning" - sind auf dem neuen Album "2020" zu hören.

"Wir brauchen jemanden, der uns nicht weiter spaltet"

Bei den vergangenen US-Wahlen der letzten 25 Jahre unterstützte Jon Bon Jovi die Demokraten. Auch dieses Mal will er seine Stimme dem demokratischen Herausforderer Joe Biden geben, dem er zutraut, "ein gesellschaftliches Klima mit Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen". Biden tritt am 3. November gegen Präsident Donald Trump an.

"Wenn Amerika durch die Wahl Donald Trumps etwas gelernt hat, dann dass er die Stimmen derer hörte, die bis dahin nicht gehört worden waren", sagte Jon Bon Jovi. "Das war vermutlich das einzig Gute, was die Sache mit sich brachte. Jetzt aber brauchen wir in Amerika jemanden, der uns nicht weiter spaltet." Der nächste Präsident müsse die Menschen in den USA einen: "Die bisher Stummen und diejenigen, die bereits gehört wurden."

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