26. August 2021 – Sebastian Tegtmeyer

Nach Tod des Schlagzeugers

Machen die Stones ohne Charlie Watts weiter?

Er war nicht die schillerndste Figur der Rockwelt. Doch der Tod des Rolling-Stones-Schlagzeugers Charlie Watts ist ein heftiger Schlag für die Aura der Unsterblichkeit, mit der sich die Band umgab. Machen Jagger und Co. trotzdem weiter?

Foto: Shutterstock
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Volles Haar, drahtige Körper und scheinbar niemals müde: Die Rolling Stones galten als Inbegriffs des Wunsches nach ewiger Jugend. Seit knapp 60 Jahren rockten Mick Jagger, Keith Richards und bis vor kurzem auch Charlie Watts die Bühnen der Welt - doch nun ist der Schlagzeuger im Alter von 80 Jahren gestorben. Mehr Gentleman als Rebell, stets gut gekleidet und immer verlässlich, galt er auch über das Musikalische hinaus als Motor der Band.

Jagger, Richards & Wood geschockt

Als könnten sie es selbst noch nicht ganz fassen, waren die Reaktionen von Jagger und Richards zunächst ohne Worte. Jagger postete ein Foto von Watts hinter seinem Schlagzeug. Bei Richards war es nur das kommentarlose Bild eines Drumsets, an dem ein Schild hing mit der Aufschrift "Closed". Gitarrist Ronnie Wood, der 1975 zu den Stones stieß, war der erste, der seine Sprache wiederfand: "Ich werde dich sehr vermissen - du bist der Beste", postete er auf Instagram. Auf der Webseite der Band war nur ein großes Porträt von Watts zu sehen. Der Liebhaber maßgeschneiderter Anzüge schmunzelt darin in feinsten Zwirn gekleidet mit verschränkten Armen in die Kamera.

Was wird nun aus den Rolling Stones?

In britischen Medien wurde bereits spekuliert, die Stones könnten nach dem Tod ihres Taktgebers nun aus dem Tritt geraten oder gar ganz hinwerfen. Hat womöglich die Aura der Unsterblichkeit, mit der sie das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägten und selbst deren Enkel noch begeisterten, mit dem Tod von Watts Schaden genommen? Der britische Journalist und Buchautor Tony Barrell mutmaßte, die übrigen Bandmitglieder könnten "aus Respekt" für den Drummer ihre gemeinsame Karriere beenden. Es sei natürlich möglich weiterzumachen, sagte Barrell der Nachrichtenagentur PA. Doch der Klang würde niemals wieder der gleiche sein. Die Band selbst äußerte sich zunächst nicht zu ihren weiteren Plänen. Für die geplante US-Tour sollte Watts aus gesundheitlichen Gründen ohnehin ersetzt werden. Einspringen soll Steve Jordan, der bereits auf mehreren Solo-Alben von Gitarrist Keith Richards zu hören war. Doch ob die Stones ihre Magie auch dauerhaft ohne den Taktgeber Watts entfalten können, wird sich wohl erst noch zeigen müssen.

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