07. April 2021 – Sebastian Tegtmeyer

An ihre Freundin Astrid Kirchherr

Unveröffentlichte Beatles-Briefe aus Hamburger Zeiten werden versteigert

Von 1960 bis 1962 verbrachten die damals noch unbekannten Beatles einen Großteil ihrer Zeit in Hamburg. Nun werden zahlreiche Briefe aus dieser Zeit versteigert.

Foto: Mary McCartney, Universal Music
Foto: Mary McCartney, Universal Music

In ihrer Hamburger Zeit lernten die Beatles die Fotografin und Kunststudentin Astrid Kirchherr kennen, die mit Gründungsmitglied Stuart Sutcliffe verlobt war. Nach dessen tragischem Tod 1962 blieb Kirchherr mit John Lennon, Paul McCartney und George Harrison aber weiter eng befreundet und sorgte unter anderem für einige der besten Portraits der Band.

Nun werden einige der Briefe, die sich die Beatles und Astrid damals schrieben, versteigert. “Alle Beatles waren in sie verliebt – teils eine Art Mutter- oder ältere Schwesterliebe, teils sexuell“, sagt Stefanie Hempel, die mit Kirchherr eng befreundet war und die Hamburger Beatles-Touren organisierte. “Astrid war so schön. Aber sie hat sich auch um sie gekümmert, hat sie auf eine spirituelle und intellektuelle Art betreut und ihnen ein neues Bewusstsein für sich selbst gegeben. Es war viel, viel mehr, als ihnen ihre Wischmoppfrisuren zu verpassen. Tatsächlich hasste sie es, als die Friseurin der Beatles bekannt zu sein.”

So schrieb John Lennon rund ein halbes Jahr nach dem Tod von Sutcliffe einst in einem der Briefe an Kirchherr: “Es tut mir wirklich leid, dass du so traurig und unsicher bist, was dich betrifft. Du musst wissen, dass Cyn, ich und die anderen Beatles immer das Gleiche für dich empfinden werden. Du wirst für uns immer die Astrid von Stuart sein.“ Lennon schreibt weiter, dass Cynthia gerade mit “diesem kleinen John in ihr” schwanger sei.

George Harrison schrieb in einem anderen Brief, ebenfalls aus dem Jahr 1962, dass er und Lennon “gerade neue Verstärker und Gitarren bekommen haben – Gibson Jumbo Country and Western Style”. Außerdem schrieb er, dass “Paul ein neues Auto hat – einen Ford Classic, der größer ist als meiner.” Zwei Jahre nach diesem Brief wird Astrid von Geroge auch nach London eingeladen: “Du könntest in unserer neuen Londoner Wohnung bleiben und uns Tee kochen und uns Cornflakes machen“. Sie solle bei ihrer Antwort jedoch nicht seinen Namen auf den Umschlag schreiben, meint Harrison weiterhin. „Schreib stattdessen Dave Lloyd an unsere Adresse in der Green Street. Schreib nicht George Harrison, sonst erfährt es jeder vom Postboten.“

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